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Der Laufclub Vitus St.Veit an der Glan organisiert in Mittelkärnten jährlich eine Laufgroßveranstaltung und bietet Sportlerinnen und Sportlern ein breitgefächertes Angebot und eine hervorragende Infrastruktur an.

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Gerlitze rauf und runter

Samstag, 06.33 Uhr, läutet der Wecker. Warum 06:33? Die Zahl hat mir spätnachts einfach etwas gesagt. Am frühen Morgen sagt sie mir wenig. Überhaupt, heiße ich Hansi, Herbert, Jean Noel? Wer ist die schöne Frau, die neben mir liegt? Warum schmerzt meine Schulter? Ich verstehe nichts und schlafe einfach weiter. Eine zeitlang später rieche ich Kaffee, höre ich wie die Morgenzeitung am Designertisch von Geha landet. Ich öffne die Augen. Andere gehen am Samstagmorgen in die Stadt auf einen Kaffee.  Doris packt die Rucksäcke, ich drücke die Innenschuhe in die Tourenschuhe, trinke einen Kaffee zwischendurch, schalte Ö3 ab und Arte ein und schaue auf einen Ameisenbär, der im brasilianischen Dschungel rumläuft und Ameisen mit seiner langen, klebrigen Zunge einschleckt. Zu mehr Bilderkonsum bin ich intellektuell am frühen Samstag noch nicht in der Lage. Doris in eng anliegender Tourenunterwäsche, die Morgensonne und ein Blick auf die neue Armbanduhr sagen mir, dass Lisa und Fritz bald den Hügel rauffahren werden. Ich ziehe die Skisocken an, die mir bis über die Knie reichen, die warmen, schlucke noch eine "Calcium+" Kapsel, dann Selen, als Pollenallergiker sorgt man ja vor und wie. Dann ruft Fritz ruft . Er wartet mit Lisa am Oktoberplatz. Sie kauft noch Biolebensmittel am Bauernmarkt ein.

 

Gerlitze---Skitour-004.jpg Der fesche Fritz am Parkplatz

 

Gerlitze---Skitour-007.jpg Der erste Anstieg.Unten die fürchterlich aufgeweichte Wiese mit unseren Autos

 

Mit Skihose und grünem Anorak schleppe ich die Skischuhe und meinen Tourenrucksack runter in die Tiefgarage, lade ein und fahre raus. Doris steigt ins Auto mit dunkler, großer Brille. Steht ihr gut. Ich fahre rein zum Feuerwehrtor, springe aus dem Auto laufe rauf zum Schützer - mein Uhrenarmband ist etwas zu groß - überhaupt habe ich da eine durchaus verrückt-schöne Uhr gekauft. Eigentlich was für den Opernball. Aber was solls - mir war danach. Dann - ohne Uhr - gehts weiter zum Oktoberplatz. Ich umarme Fritz, der schon dasteht und wartet, Lisa ist am Bauernmarkt, Doris läuft zum noch rasch zum Markt. Wir sind alle sowas von "bio".  Ich lade noch Bargeld am Bankomaten runter, umarme Lisa und warte auf Doris und los gehts Richtung Klösterle. Nach Himmelberg biegen wir Richtung Afritz ab und die Hänge werden steiler, die Berge wilder, der Himmel blauer und die wunderschönen Bauernhöfe mehr.Oberkärnten.

 

Bei Klösterle stehen schon Auto um Auto und wir fahren mit unseren VW Golfs querfeldein auf eine derart angegatschte Wiese, dass mir die Autos leid tut. Der arme alte-sportive Golf. Der neue Golf von Lisa und Fritz. Wir packen unser Zeugs auf der Wiese aus. Unter uns Gras und Wasser. Kaum Schnee. Wir wollen aber eine Skitour machen. Wir ziehen die Felle auf die Skibeläge, wir lachen gemeinsam, wärmen emotional auf,  packen die Rucksäcke aus dem Auto, steigen im Gatsch in die Skischuhe und nehmen gleich den ersten Hang in Angriff. Dreist. Tolldreist. Fritz führt, Fritz ist schon am Anfang gut drauf. Wir sind noch etwas verwirrt. Hundert Höhenmeter weiter oben liegt kaum mehr Schnee. Wir tragen die Ski. Dann - noch weiter oben - liegt überhaupt kein Schnee mehr. Aber es macht uns nichts aus. Fritz zeigt uns, wie man die Ski auf den Rucksack schnallt und wir stapfen ein paar hundert Höhenmeter durch den Wald rauf bis zur Mittelstation. Alles klappt jetzt. Alles läuft wie am Schnürchen. Lisa ist gut drauf, Doris ist gut drauf, Fritz und ich plappern eine Stunde durch. Die Zeit vergeht, die Sonne scheint durch das Geäst und wir haben überhaupt keine körperlichen Probleme. Gestählt im Injoy St.Veit und mit Mag.Werner Sturm gehts rauf, kompromisslos, lächelnd. Etwa bei der Mittelstation schnallen wir dann die Ski an und gehen am Rand der Piste und dann wieder in einem Wald zum Gipfel.

 

"Der Erlebnisswert ist eher gering, was aber keinen Abbruch an der Freude der Bewegung in der Natur tut," steht am Portal bergfex.at über die Tour. Wer das geschrieben hat kennt aber wohl kaum Lisa, Doris und Fritz und ihr Gemüt  und ist wohl noch nie mit den Skischuhen den halben Berg raufgelatscht. Oben angelangt, stehen wir ein bißchen rum, sehen auf die Berge ringsum und mitten in den Himmel rein. Die Sonne knallt wie verrückt auf den Schnee und wir tragen dunkle Brillen und sehen uns das herrliche Bergpanorama an. Ein angenehmes Gefühl. Blauer Himmel so weit das Auge reicht. Wir ziehen die Felle von den Skiern ab, trinken Tee und Wasser und 20 Minuten später carven wir wild den ersten Hang runter bis zur Huaba Hütte. 

 

Gerlitze---Skitour-009.jpg  Lisas "Gespür für Schnee" lässt sie konsequent weitergehen  

Gerlitze---Skitour-011.jpg Lisa unbeirrt, danach trugen wir aber die Ski

 

 

Die urige Huaba Hitt’n, die ihre Produkte vom eigenen Bauernhof bezieht, hatte schon den lästigen Harry Prünster, einen Poser, zu Gast, mit dem sie hier für die ORF Sendung Harrys liabste Hütt’n
eine Folge drehten. Der Typ hat einmal in einer Sendung über das Nassfeld meinen Lieblingshüttenwirten Fausto von der italienischen Kabrio Bar am Nassfeld sehr herablassend behandelt, seitdem ist er aber so was von out. 

 

Die Huaba Hitt`n ist eine sonnige, wunderschöne Hütte mit sehr gutem, zünftigem Angebot und einem Top-Personal mit freundlichen Wirtsleuten: Lisa und Doris tranken ihr Weizenbier zu Knödeln mit famosem Sauerkraut. Reindling folgte, Weizentorte und Kaffee und zwei verschiedene Life-Style Schnapserln, die Doris und Fritz anschleppten. Nach einem lustigen und zünftigen Gelage saßen wir bald völlig alleine vor der Hütte. Alle mussten zum Lift, um rauf auf den Gipfel und dann runter zur Kanzelbahn-Bergstation zu kommen. Wir nicht. Wir tranken jeder noch in Ruhe einen halben Liter Wasser. Dann stapften wir zu unseren Skiern und fuhren über die stark in Mitleidenschaft gezogene Piste, die immer wieder von Schneehügeln gesäumt war, einer Pukelpiste ähnlich, runter. Der Tourenski ist leichter und kürzer und die Abfahrt war geil, ja unbeschreiblich: Der Ski zieht im feuchten Schnee toll, er ist leicht zu fahren, verzeiht auch den einen oder anderen Fehler: Auf Alpinskiern hätten wir uns schwerer getan: Lisa und Fritz mit Fischer Skiern, wir mit K2 Brettern. Die Abfahrten nach einer Skitour sind ein Fest, viel intensiver als beim "normalen" Skifahren, wo man Dutzende Male die Hänge runterbrettert, mit dem Lift wieder irgendwo raufgebracht wird, um wieder runterzueilen . Die Skitourabfahrten haben Stil. Man genießt sie ganz besonders, man wartet aufeinander, man erlebt sie als Highlight des Tages, als Lohn für den anstrengenden Aufstieg, als ausgelassenen, temperamentvollen, schönen Kick. 

 

Gerlitze---Skitour-028.jpg Doris mit Brille und seitlicher Haarsträhne

 

Den letzten Kick bekamen wir beim Auto. Dreck wohin wir sahen. Die Wiese hinter uns war zum Sumpf geworden und wir hätten Amphiefahrzeuge benötigt, um durch den Sulz zu fahren. Über einen anderen Weg und über eine Brücke kamen wir dann doch auf einen fahrbahnähnlichen Weg und fuhren langsam das herrliche Hochtal zurück nach Himmelberg. Wieder ein einmaliger Tag am Berg mit Lisa, mit Doris, mit Fritz. Wir verabschiedeten uns bei einer Autowaschanlage voneinander.

 

Gerlitze---Skitour-018.jpg  Zwei Stunden schwer bepackt durch den Wald

 

 

Gerlitze---Skitour-035.jpg  Wieder auf Skiern im oberen Teil des Aufstiegs

 


 


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