Kärnten zu bereisen, lohnt die Mühe. Jenseits touristischer Wahrnehmung, wartet so manche Überraschung. Das Wandern ist die beste Methode eine Landschaft zu "lesen".
Wandern bedeutet, zu Fuß und mit Gepäck eine längere Strecke zurückzulegen. Statt zu schlendern, ist es vonnöten, auszuschreiten.
Der Wanderer durchmißt die Landschaft. Er nützt die Schubkräfte seiner Endorphine zur Beschleunigung der Schritte. Das erfordert Ausdauer und Leidensfähigkeit. Die Strapaze ist kein unerwünschter Nebeneffekt, sondern beabsichtigte Wirkung. Kärnten ist kein Spaziergang, schreiben Gerhard Pilgram, Wilhelm Berger und Gerhard Maurer im Unikum-Wander-Reise-Lesebuch "Kärnten. Unten durch."
Kärnten anders: Rosi, Hans und Andrea *
Und so machten sich am Sonntag, dem 7.6.2009, zehn LC Vitus Mitglieder, allesamt Läufer oder Nordic Walker, auf den Weg. Der Start der Weitwanderung war das Stift St.Georgen am Längsee. Das Ziel war die Wallfahrtskircher Maria Hilf ober Guttaring. Eine vier- bis viereinhalbstündige Wanderung war veranschlagt worden. Am Ende war die Gruppe mehr als sechs Stunden bei Sonnenschein, starken Regenschauern , Schnürlregen, bei starker Bewölkung und am Ende wieder Vorgewitterstimmung, die die Landschaft unter der Kirche Maria Hilf in ein wunderschönes sanftes Dunkel tauchte, unterwegs.
Heinzi, Franz und Doris: Durch hüfthohe Blumenwiesen... *
Vom Stift gingen wir hinauf nach Rottenstein, den Wolschart entlang nach Weindorf und querten bei Passering die Gurk. Im wunderschönen, sanft geschwungenen Wiesental Boden standen wir bei starken Regenschauern in der Garage eines uralten Kärntner Bauernhofs. Von Boden ging die Gruppe hinauf zum Norischen Panoramaweg und weit oben über dem Görtschitztal zogen wir an Eberstein, Klein St.Paul und Wieting vorbei gegen Maria Hilf. Nach mehr als sechs Stunden mit den wenig gedämpften Bergschuhen auf Asphalt, uralten Fuhrwegen, nassen Wiesen und Waldwegen waren wir am Ziel in Maria Hilf angelangt.
Je länger man zu Fuß unterwegs ist, desto intensiver wird die Sinneswahrnehmung. Das Zeitgefühl ändert sich. Bedeutungen und Wertigkeiten erfahren einen Wandel. Das kennen viele von uns vom Vierbergelauf. Aber das trifft im selben Ausmaß auch auf den mehr als 20 km langen Anstieg vom Stift St.Georgen hinauf nach Maria Hilf zu.
Auf alten Kärntner Fuhrwegen dem Himmel entgegen.... *
Wir saßen danach noch lange im Gasthaus in Maria Hilf und später im Stiftscafe in St.Georgen bei Speis und Trank zusammen und (ich spreche hier wohl für uns alle) haben uns wohl selten so geborgen und selten so eins mit Mitmenschen, mit Freunden gefühlt, wie nach dieser Weitwanderung durch diese uralte Kärntner Kulturlandschaft.
Kurze Pause nach mehrstündiger Weitwanderung
Foto: Klaus Hofstätter
10 Freunde (im Ziel) *
Fotos: * Friedrich Grabner