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6. Mai 2014 2 06 /05 /Mai /2014 01:47

Adrian Igerc

    

Adrian IgercMit dem Sonnenlauf in St. Veit wurde heute das verlängerte Rennwochenende abgeschlossen. Und zwar für die LGS wieder äußerst erfreulich. Ausgetragen wurde der klassische Halbmarathon und der Viertelmarathon. Wir hatten diesmal aufgrund der vielen Wettkämpfe an diesem Wochenende (Triest- Marathon, Kömmel- Fitnesstag...) nur einen Vertreter der LGS in St. Veit, aber mit Adrian Igerc eine Bank für zumindest einen Podestplatz über die 10,5 km. Adrian, der mittlerweile die 1.000 m - Intervalle in ca. 3:13 min auf den Asfalt knallt, ist in einer tollen Form und wollte diese auch nun beim Sonnenlauf unter Beweis stellen. Die Konkurrenz auf der "kurzen Strecke" war mit u.a. Christian Grillitsch aus der Steiermark und Rene Schoberegger sehr stark. Chr. Grillitsch wurde von seinem Trainer mit dem Rad begleitet und von Anfang an lautstark angetrieben. Davon motiviert gab Grillitsch zur Verwunderung von Adrian schon von Beginn an richtig Gas und konnte schnell einen kleinen Vorsprung auf seine Verfolger herauslaufen. Adrian lies sich jedoch nicht aus der Reserve locken, blieb konzentriert und konnte bald wieder an die Spitze heranlaufen. Bis ca. 1 km vor dem Ziel lief Adrian "einfach" mit und forcierte dann noch einmal das Tempo, sodass Grilitsch nicht mehr folgen konnte und unser Shootingstar einen ungefährdeten Sieg in der Zeit von 36:26 min (3:27/km) einfahren konnte. Zweiter wurde Christian Grillitsch (ATUS Knittelfeld) in 36:37 min und Dritter Rene Schobersberger (Mazda Fellner) in 36:48 min.

Den Halbmarathon gewann in souveräner Manier Christian Eberndorfer (kelag energy team) in 1:16:28 Std. vor Friedrich Mak (Naturfreunde Zell) in 1:17:59 Std. und Gerald Fister (LT Techelsberg) in 1:18:59 Std.

 

Bericht auf der Homepage der LG Südkärnten

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6. Mai 2014 2 06 /05 /Mai /2014 01:05
04.05. 11. Int. UNIQA Sonnenlauf - 2014
Christian Eberdorfer, überlegener Sieger des 11.UNIQA Sonnenlauf Halbmarathons und die bezaubernde Ruth Göderle, 10. des Raiffeisen Viertelmarathons. 

Fast 400 Läufer starteten beim 11. Uniqa Sonnenlauf in St. Veit/Glan. Es herrschten fast beste Verhältnisse bis auf den stürmischen Wind.

 

Ich (Günter) startete nur auf den Viertelmarathon als Pacemaker für meinen besten Freund MAK Friedrich, welcher den HM bestritt. Ziel war seine HM Zeit zu verbessern. Wir starteten in der uns vorgegebenen 3:40 min/km und konnten diese auch bis zur Halbzeit, trotz des teilweise starken Windes fast halten. So ging ich mit 38:59 (3:42 Schnitt) durchs Ziel. Friedrich wurde danach von mir mit dem Rad begleitet. Natürlich wurden wir von unseren "Laufkollegen" aufmerksam gemacht, dass Radbegleitungen nicht erlaubt seien. Friedrich konnte mit 1:17:59 eine neue persönliche Bestzeit für sich in den Stein meiseln. Gesamt wurde er hinter Christian EBERDORFER zweiter und konnte sich über eine Medaille und einen Pokal freuen.

Die erwarteten tausende Euro Siegesprämie für den zweiten Platz blieben aus (Pokal und Medaille) und die Radbegleitung in der zweiten Runde wurde zur Nebensache...

 

Wir laufen halt alle um die sogenannte "goldene Ananas" ! :-)

                                                                                                             Günter

 

Ich habe mich erst am Vortag entschieden mich vom Viertel- auf den Halbmarathon umzumelden. Die ersten 10 km lief ich in einer größeren Gruppe von Halb- und Viertelmarathonläufern ehe ich dann das Tempo etwas verschärfte und eigentlich mühelos meine Verfolger abschütteln konnte. Danach lief ich vorne weg ein kontrolliertes Rennen ohne an meine Grenzen gehen zu müssen. Einzig der teilweise starke Gegenwind verhinderte eine bessere Zeit. Ich bin aber dennoch sehr zufrieden und nehme dieses Rennen als sehr gutes Training mit.

                                                                                                           Christian

                                                                                               

Ich ging geplanterweise beim Viertelmarathon an den Start, mit dem erklärten Ziel meine letzte 10k Zeit wieder zu verbessern. Trotz des starken Windes konnte ich mein Rennen relativ konstant laufen, ohne Wind wäre hier sicher noch mehr möglich gewesen. Nicht zuletzt deshalb bin ich sehr zufrieden, denn binnen gut 1 Monat mehr als 2:30 Verbesserung auf 10k ist schon nicht so schlecht. Fürs Podium ist es sich diesmal nicht ausgegangen, aber der nächste Bewerb kommt bestimmt :)

                                                                                                                          Ruth

Ergebnisse:

 

Halbmarathon

Herren:

1. Christian Eberdorfer 1:16:28  lief ein einsames Rennen an der Spitze...

2. Friedrich Mak 1:17:59

3. Gerald Fister 1:18:59

 

Damen:

1. Elisabeth Gruber  1:24:43

2. Elisabeth Starz 1:33:437

3. Martina Kritschey 1:36:22

 

1/4 Marathon

Herren:

1. Adrian Igerc 36:26

2. Christian Grillitsch 36:37

3. Martin Schobeeregger 36:50

8. Günter Wang 38:59

 

Damen:
1. Wiltrud Rieberer-Murer 44:40

2. Lissy Herzog 45:27

3. Erika Lercher 46:56

10. Ruth Göderle 49:57

 

Bericht auf der KELAG ENERGY RUNNING TEAM Homepage

 

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20. April 2014 7 20 /04 /April /2014 08:43

 

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Mehr als zweihundert Läuferinnen und Läufer informieren sich täglich: TV Berichte, Informationen, exakte Termine und Zeitungsberichte zum 11. UNIQA Sonnenlauf 2014 in St.Veit/Glan  

 

link

 

 

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Christian Kresnik, Zweiter des diesjährigen Vienna City Halbmarathons über den UNIQA Sonnenlauf: "Am 4.5. findet der Sonnenlauf in St. Veit statt. Zur Auswahl gibt es einen flachen Halb- und Viertelmarathon (amtlich vermessen und bestzeitentauglich). Ich kann den Lauf, vor allem aufgrund der tollen Organisation und schnellen Strecke, nur jedem empfehlen."

 

 

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20. April 2014 7 20 /04 /April /2014 08:33
11. UNIQA Sonnenlauf des LC VITUS St.Veit an der Glan am ersten Mai-Wochenende
  Traditioneller Event des LC VITUS St.Veit/Glan: Es gehört seit mittlerweile zehn Jahren zur Tradition, dass der UNIQA Sonnenlauf am ersten Wochenende im Mai die Laufsaison in der Region eröffnet. Heuer geht die beliebte und traditionsreiche Veranstaltung am 3. und 4. Mai über die Bühne


Am 3. und 4. Mai fällt mit dem 11. UNIQA Sonnenlauf der Startschuss in die heurige Laufsaison! Die Attraktivität der Veranstaltung wird auch heuer wieder durch die Streckenführung entsprechend gehoben, indem die TeilnehmerInnen des Halbmarathons den Start am Hauptplatz zweimal passieren. Dadurch wird nicht nur mehr Publikum angelockt, sondern auch die Attraktivät der Streckenführung für die LäuferIinnen entsprechend aufgewertet. Somit werden erneut zahlreiche internationale TeilnehmerInnen angeprochen, die extra für den St.Veiter Sonnenlauf aus Slowenien, Italien und Ungarn anreisen.

Neben dem Highlight, dem Halbmarathon. wird auch 2014 wieder der Raiffeisen-Viertelmarathon ausgerichtet. Gerade diese Distanz fand letztes Jahr großen
Zuspruch und Beliebtheit. Des Weiteren wird ein Charitylauf für dreiköpfige Teams organisiert, und am Samstagabend wird der anstrengende Veranstaltungstag mit einer Nudelparty abgerundet.

Am Sonntag werden vor allem Kinder und Jugendliche in ihren Läufen gefordert und anschließend erfolgen die zwei Hauptwettbewerbe Halb- und Viertelmarathon. Außerdem werden alle Siegerehrungen des gesamten Wochenendes abgehalten.

Aber auch Kinder und Jugendliche können sich in diesem Jahr wieder aktiv betätigen. Wie in den vergangen Jahren sind der beliebte "Besold" Kinder- und
Jugendlauf Fixpunkt beim heurigen UNIQA Sonnenlauf und Teil der "Kärnten Sport Leichtathletik Talenteshow". Speziell dieser Bewerb soll den Kindern und Jugendlichen eine Plattform bieten, einerseits, um sich mit Gleichaltrigen
zu messen, aber vor allem der Spaß und die Freude an der Bewegung stehen im Vordergrund.


Ein spezielles Aufwärmprogramm vor dem Start durch den UNIQA-VitalCoach hat sich seit mehreren Jahren als Fixpunkt etabliert. Mit dem speziell auf junges Publikum ausgerichteten Programmablauf sollen besonders SchülerInnen zur Teilnahme motiviert und die Jugend wieder in die Stadt gebracht werden.

Der Charitylauf am Samstag, den 3. Mai 2014, in Kooperation mit der Jungen Wirtschaft, verbindet Sport, Spaß und soziales Engagement gleichermaßen. Gestartet wird in Dreier-Teams, wobei jeder eine Strecke von 820 Metern
zurückzulegen hat. Gesammelt wird auch heuer wieder für ein soziales Projekt.


Bürgermeister Gerhard Mock und Sportreferent STR. Manfred
Kerschbaumer zeigen sich ob des Engagements des Veranstalters und der immer größer werdenden Attraktivität des Laufevents begeistert: "Wen das Laufen einmal gepackt hat, den lässt das Laufen nicht mehr los. Diese Erfahrung machen heutzutage immer mehr Menschen. Erfreulicherweise, denn sie haben damit ein Hobby entdeckt, das sie ihr ganzes Leben begleiten kann und mit dem sie etwas für ihre Gesundheit tun. Sie haben einen Sport gefunden, dem sie allein oder zusammen mit anderen nachgehen können; bei dem sie gegen sich selbst oder gegen andere laufen können. Gelegenheit dazu bilden öffentliche Laufevents. Gerade der UNIQA Sonnenlauf hat sich seit Jahren als Fixpunkt im Veranstaltungskalender der Stadt St. Veit etabliert und unterstreicht unser Engagement speziell im Bereich des Sports und der Gesundheit." Die Stadtgemeinde fühlt sich geehrt, den Sonnenlauf heuer schon zum elften Mal ausrichten zu dürfen und unterstützt die Veranstaltung durch Zurverfügungstellung notwendiger Infrastruktur wie beispielsweise
Räumlichkeiten zur Ausgabe der Startplaketten oder Sanitäranlagen für die Läufer zur Erfrischung nach dem Event.

UNIQA als Hauptsponsor

Bereits zum 9. Mal ist die UNIQA Hauptsponsor - eine sinnvolle Strategie: "Mit umfassenden präventiven Leistungen setzen wir als Österreichs größter Gesundheitsversicherer schon lange auf die Gesundheitsvorsorge unserer
Kunden. UNIQA unterstützt durch zahlreiche Kooperationen gesunde Projekte und Initiativen in ganz Österreich, und auch die Kooperation mit dem Sonnenlauf
auf regionaler Ebene ist ein wichtiger Bestandteil unserer Kommunikationstätigkeit”, so UNIQA-Landesdirektor Dr. Hannes Kuschnig. "Zusätzlich bieten wir allen UNIQA Kunden, die sich bis 25.4.2014 anmelden, ein ermäßigtes Startgeld", so Landesdirektor Dr. Hannes Kuschnig. Und weiter: "Wie letztes Jahr sind wir auch heuer wieder mit vier Pacemakern (1:20, 1:30, 1:45 und 2:00) beim Halbmarathon mit dabei und bieten so speziell wenig geübten LäuferInnen eine zeitliche Orientierungshilfe.


Programm:

Samstag, 3. Mai 2014:


12-18 Uhr: Startnummernausgabe und Nachnennungen.
16-17 Uhr: Charitylauf. 17-18 Uhr: Rahmenprogramm.
Ab 18 Uhr: Nudelparty


Sonntag, 4. Mai 2014:

7-8 Uhr: Startnummernausgabe, Nachnennung
8:15 Uhr: Aufwärmen mit UNIQA- Vitalcoach
8:30 Uhr: Besold-Kinderlauf
8:45 Uhr: Besold-Jugendlauf
9:30 Uhr: Hauptbewerb: S t a ff e l l a u f - R a i ff e i s e n -
Viertelmarathon sowie Halbmarathon

Siegerehrungen am 4. Mai:
9:45 Uhr: Besold-Kinderlauf.
10 Uhr: Jugendlauf
12:30 Uhr: Viertelmarathon, Staffellauf und Halbmarathon mit After-Run-Party, Verlosung von Sachpreisen, Verpflegung und Unterhaltung.
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8. April 2014 2 08 /04 /April /2014 20:17
St. Veit ist für Sonnenlauf wieder bestens gerüstet
Willi Fischer, Dr.Kuschnig (UNIQA) ,StR Kerschbaumer
 
­
Organisator Willi Fischer, UNIQA Direktor Hannes 

ST. VEIT (pp). Am 3. und 4. Mai steht die Herzogstadt ganz im Zeichen des Laufsports.

Attraktiver Lauf-Sonntag
Die Teilnehmer des Halbmarathons (21,1 Kilometer), dem Höhepunkt der Veranstaltung, passieren den Start am Hauptplatz zweimal. Auch heuer steht zusätzlich ein Viertelmarathon am Programm, eine Distanz über 10,5 Kilometer, die schon im Vorjahr großen Anklang bei Läufern und Publikum fand. Eine weitere sportliche Attraktion des 11. UNIQA Sonnenlaufs in St. Veit ist der Staffellauf mit Gruppen zu vier Läufern, wobei hier jeder Athlet 5,3 Kilometer hinter sich bringen muss.
Jugend wieder im Fokus
Wie in der Vergangenheit werden auch heuer wieder die "Besold-Kinder- und Jugendläufe" abgehalten. Beide Bewerbe sind Teil der "Kärnten-Sport-Leichtathletik-Talenteshow", wo die Freude an der Bewegung im Vordergrund steht. Hauptsponsor UNIQA stellt hier ihren firmeneigenen Vital-Coach zur Verfügung. Am Samstag findet der traditionelle Charitylauf in Kooperation mit der Jungen Wirtschaft statt, bei dem Dreier-Teams starten und von jedem Teilnehmer 820 Meter zurückgelegt werden.

Informationen: http://www.sonnenlauf.lcvitus.com

                            sonnenlauf@lcvitus.com

                            Tel. +43664/5669380

 

Referenz: Peter Pugganig, Kärntner Woche

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8. April 2014 2 08 /04 /April /2014 20:15
Der Himmel über dem Mölltal - Sandkopf 3090 m

 

Tiefblick auf die Richardswand, die in das Kleine al llt

 

Hang am Mönchsberg mit Blick nach Westen zum

Allmählich wird es Tag

Willkommen im Mölltal. Ich übersehe vor vier Uhr früh die Abfahrt vom Lurnfeld ins Tal und fahre erst in Sachsenburg ab, um dann über Möllbrücke nach Kolbnitz zu fahren. Ein gigantisches Lichtband zieht sich von Kolbnitz hinauf aufs Reißeck und zum ersten Mal ahne ich die Dimensionen, in denen ich in knapp zwei Stunden, im Morgengrauen, bewegen werde.

Ich hatte mich ausführlich erkundigt, ob ein Dreitausender von Oberschachnern, nahe Heiligenblut, aus zur Zeit möglich ist. Vor zwei Tagen ging ich eine Tour auf das Schareck, das nahe beim Dreitausender, eine fantastischen Blick auf den Mönchsberg und die Richardswand ermöglicht.
Der Plan war vor 3 Uhr von St.Veit/Glan nach Heiligenblut und weiter nach Oberschachnern zu fahren und zwischen 5 Uhr und 6 Uhr vom Gasthof Lenzerhof zu starten: Etwa 1600 Höhenmeter Aufstieg im freien Gelände bis auf 3090 m zum Sandkopf Gipfelkreuz im Alleingang warteten. Nach einer Rücksprache mit dem Alpenverein Großkirchheim ist da oben am Vormittag alles in Ordnung. Als absoluten Umkehrzeitpunkt gilt dann 11.00 Uhr am Vormittag, egal wie weit der Gipfel noch weg ist.

Allmählich wird es Tag. Ich bin seit 06:10 Uhr im Aufstieg durch den Hochwald. Ich sehe keine Markierungen zu den Schachnerkasern und klettere teilweise mit den Skiern in der Hand, dem Rucksack und der Lawinenausrüstung mit offenen Skischuhen durch steiles Gelände. Kaum Schnee. Ich suche einen Aufstiegsweg. Unentwegt. Ich bewege mich links, dann wieder mehr rechts. Eine breite Forststraße zieht sich nach Westen. Erst ein alter Hohlweg führt nach mehr als einer Stunde im Wald ins Freie. Ich sehe vereinzelt Almhütten und den Aufstieg auf den Mönchsberg endlich frei. Ich lege die Harscheisen an. Gut und gerne 400 Höhenmeter Wald liegen jetzt hinter mir. Ein Eichkätzchen lief vor mir im Morgengrauen über die breite Forststraße.

Ein paar Stunden Schlaf, Wachphasen, Beklemmung, gepaart mit Angst, Bedenken, aber ich hatte einen Traum. Eine Vision. Ein Ziel. Alleingang und die Abfahrt von einem Dreitausender in einem Gebiet, das zu den bekanntesten Berglandschaften der Ostalpen zählt.

Kompromisslos nach oben

Jetzt stieg ich kompromisslos nach oben. Im Hochwald hatte ich mehr als eine halbe Stunde Zeit verloren. Hier im freien, steilen Gelände war die Schneedecke lückenlos und hart und die Harscheisen griffen wunderbar. Ich ging konsequent hoch. Das erste Licht am Morgen und die frühe Sonne, die plötzlich in den Steilhang ober mir schien, die alten Spuren von Skitourengehern, die gerade Linien in die Hänge ziehen, alles sah fantastisch aus, alles wirkte auf mich ein. Ich hatte ein Headset mit und jede Menge Songs am Smartphone, aber ich war derart konzentriert auf jedes Geräusch. Mir war als sammelte ich alle Eindrücke, die von außen einwirkten, um mich mental abzugrenzen und alle Bedenken und die Angst hatte dadurch keinen Platz. Im Endeffekt ist es einerlei ob Du auf einem kleineren Berg in der Innerkrems 40 Minuten vom nächsten Menschen weg bist oder hier vier Stunden auf einem gigantischen Gipfel.

Vor mir Schneehühner. Der Klang der Harscheisen, die in die harte Schneedecke griffen. Unentwegt. Die letzte Almbehausung ist schon weit unter mir. Ich bewege mich schon den langgezogenen Kamm des Mönchsbergs in Richtung Nordosten zum Hohen Wetterkreuz hinauf. Unglaublich mächtig fällt links neben mir die Richardwand in das kleine Fleißtal ab. Mein Bewußtsein ist fokussiert. Auf Geräusche. Auf kleinste, geringste Wahrnehmungen: Lichtstrahlen. Schneekristalle. Windverfrachtungen, die seltsam schöne Formen in die Hänge zaubern. Ich bin völlig ruhig und gelassen. Ich funktioniere in der steten Bewegung nach oben.

Dann gehe ich am Oberen Wetterkreuz vorbei. Ich steige in einen steileren Hang ein. Gehe nach oben. Sehe den Gipfel. Aber er scheint nicht näher zu kommen. Die reduzierte, karge alpine Landschaft und der Blick in die Abgründe der Richardswand sind großartig und einmalig. Ich hatte Angst vor diesem Anblick, aber hier ganz oben ist alles weich, sanft, ohne Eindringlichkeit. Was eigentlich brutal und erschreckend wirken muss, kommt hier oben gefiltert und als Weichzeichnung bei mir an. Mein Bewußtsein schützt mich. "Ist, was ich sehe und höre und rieche, nicht bloß der Schein einer Welt vor der Welt?", schrieben Wim Wenders und Peter Handke im Filmdrehbuch zu "Der Himmel über Berlin".

Ich fotografiere mit dem Smartphone, kommuniziere und sende Fotos und einen kurzen Text mit Fotos. Dann stehe ich am Gipfel. Er ist überwechtet und schmal. Links und rechts von mir fallen Wände steil ab. Das Kreuz. Das Gipfelbuch. Ich trag mich ein. Die Sonne. Ich sehe hinüber zum Hohen Sonnblick. Dann, fünfzehn Minuten später erfrische ich mich zehn Meter unter dem Gipfel und ziehe mich um. Ich ruhe mich aus und sehe auf die Bergkulisse. Der Hocharn. Der Hohe Sonnblick. Der Rote Mann im Norden und der schwarze Berg im Westen. Ich trinke O2 alive. Ich esse eine kleine Spalte Schokolade. Ein Geburtstagsgeschenk. Eine Geschmacksexplosion am Gaumen. Ich stehe da. Eine weitere Viertelstunde. Dann packe ich. Mein Setting ist perfekt. Die Skikanten neu geschliffen. Der Servicetechniker im Sportgeschäft in Heiligenblut hat auch den Belag präpariert, als stünde ich vor einem Rennen.

Freeride downhill

Ich fahre jetzt ab. Weit vor 11 Uhr Vormittags. Vorsichtig auf hartem Untergrund. Eis. Bis zum Oberen Wetterkreuz. Dann am Mönchsberg, ziehe ich perfekte Slalomschwünge in den leicht aufgefirnten Untergrund. Ich hinterlasse kaum Spuren. Nur einen Hauch am Firn. Der Schneeuntergrund ist noch immer hart. Ich suche die Linie. Vorbei an Felsgestein. Der Blick nach unten reicht immer zwanzig, dreißig Meter. Alles klappt. Alles ist perfekt. Ich fahre und fahre und setze Schwünge an. Es ist wie bei einem unendlichen Tanz. Harmonie. Leichtigkeit. Spritzigkeit. Perfekt. Ich fahre an Weidezäunen vorbei. An den ersten hohen Almhütten. Immer wieder tauchen Steilpassagen auf. Dann flache, kleine Hänge. Dann der Wald. Ich fahre in den Lärchenwald hinein. Fahre an den Apriacher Kasern vorbei. Dann trage ich meine gesamte Ausrüstung eine schmale Bergstraße runter. Ein Mann sitzt auf einer Bank in der Sonne ober Apriach. Er grüßt mich freundlich. Ich bin zurück.


 

 

Skitour:  LC Vitus St.Veit/Glan Mitglied  Franz Waditzer

 

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31. März 2014 1 31 /03 /März /2014 12:05

 

 

 

 

 

 

Allein der 1,8 km lange Zielschuss der Carnia-Abfahrt vom Ederhof bis zur Talstation in Tröpolach weist spektakuläre Steilpassagen auf. Die Carnia ist für einen Skitourengeher eine echte Herausforderung

Herminator gegen Rallye-Fahrer

Im Jänner 2014 fuhr Willi Stengg, der ehemalige Rallye Staatsmeister, mit einem 400 PS-Boliden den Zielschuss hinauf. Österreichs Ski-Legende Hermann Maier raste die gut 2 km mit seinen Abfahrts-Skiern die Carnia vor gut und gerne sieben Millionen Fernseh-Zusehern im Rahmen der "Wetten, dass..." Außenwette den Berg runter und gewann das Race mit sieben Sekunden Vorsprung. Tausende Zuseher verfolgten das Rennen vor Ort: Werbung pur für Kärnten und für das größte Skigebiet im Süden Österreichs.

Jetzt im Frühling ist es um die Talstation wieder ruhiger. Ein perfekter Parkplatz, ein großartiges Frühstück im Cube. Die Carnia weißt einen Höhenunterschied von 1212 m bei einer Pistenlänge von 7,6 km auf. Ich ging direkt vom Auto weg auf die dreihundert Meter entfernte Piste und den immens steilen Zielschuss rauf um zum "Joklhof" und zur "Joklhütte". Einmal pro Woche findet auf dem untersten Abschnitt der Talabfahrt Carnia ein Nachtschilauf bei Flutlicht statt.
Die­"Joklhütte" lädt an diesen Abenden zum Einkehrschwung ein. Da der "Joklhof" direkt an der Piste liegt, ist die "Joklhütte" einer der beliebten Après - Ski Treffpunkte am Nassfeld.

Der Aufstieg

Ich füllte meine Wasserflasche auf, trank noch einen Melissensaft und ging weiter in Richtung Schlanitzen (900 m) und Gmanberg (1020 m). Vor dem Gmanberg schwenkt die Abfahrt nach rechts und eine lange Gerade führt mich zum Tomritsch (1400 m). Ich sehe teilweise ins Tal, dann auf den Gartnerkofel und auf die prächtige Winterlandschaft rechts und links der Piste mit Unmengen von Schnee. Die lange Gerade zur Tröpolacher Alm kenne ich, wie die gesamte Carnia Abfahrt, als Skifahrer. Kopfschüttelnd betrachtete ich die vereinzelten Tourengeher, die da die Carnia hochkamen. But times change. Die Skiwochenenden mit der Familie sind Vergangheit. Was bleibt ist die Freiheit aufzubrechen, wohin ich will. Ein schwacher Trost für die tollen Skitage am Nassfeld: Den gemeinsamen Abfahrten, den Hüttenbesuchen, den Rennen auf abgesperrte Rennpisten mit automatischer Zeitnehmung, der Speedpiste mit Geschwindigkeitsmessung, den Tiefschneefahrten neben den Pisten. Jetzt gehen die Kinder ihre eigenen Wege.

Die Tröpolacher Alm

Die Alm wird von der Nachbarschaft Tröpolach bewirtschaftet. Die Almwirtschaft und die Jausenstation ist von Mitte Juni bis Ende September geöffnet und ist der Ausgangspunkt für unzählige Wanderungen. 1949 waren im Gailtal noch 39 Almsennereien aktiv. Bedingt durch den Strukturwandel in der Landwirtschaft und die Intensivierung der Grünlandwirtschaft in den Tallagen verlor die Almwirtschaft und damit die Almsennerei ab den sechziger Jahren zunehmend an Bedeutung. In den siebziger Jahren gab es noch sieben aktive Almsennereien. Der Umdenkprozeß in der Landwirtschaft mit einem Umschwung in Richtung extensiver, ökologisch orientierter und qualitätsbewußter Wirtschaftsformen sowie entsprechende Förderangebote haben der Almwirtschaft wieder zu einem Aufschwung verholfen. Das Erkennen des touristischen Potentials der alpinen Kulturlandschaft und der zunehmende Trend zur Produktion natürlich erzeugter bäuerlicher Lebensmittel haben die Almsennereien im Gailtal gefördert.


Steilhänge

Vor mir sehe ich jetzt auf die einzigartige Berggestalt des Trogkofels mit seinem unglaublichen Westgrat und auf den Zweikofel. Während ich mich den Zweikofel näher, betrachte ich die Piste, die von der Bergstation zur Tröpolacher Alm runterführt und deren Gefälle. Ich bin jetzt annähernd zwei Stunden reine Gehzeit unterwegs und vor mir und meinem Ziel, der Berstation am Zweikofel, ist nur mehr dieser Steilaufschwung zu überwinden.

Die zweistufige Speed Step Steighilfe an meiner Dynafit Bindung ist einfach mit dem Skistock zu verstellen. Es müssen nur die zwei kleinen Edelstahlhebel umgelegt werden. Ich steige mit Stufe eins in den Hang ein, gehe danach mit Stufe zwei weiter und montiere dann etwa auf der Höhe, auf der ein Skiweg in die Piste einmündet, der auch zur Bergstation führt, zum ersten Mal in diesem Jahr Harscheisen. Diese Beschläge aus Metall geben mir jetzt im Steilhang den nötigen Halt.

Die Bergstation Zweikofelbahn

Die Bergstation, etwa zweihundert Meter unter dem Zweikofel, bietet beste Sicht auf das Gailtal und hinauf bis in die Hohen Tauern. Ich trinke, ziehe mich um, schreibe E-Mails und steh dann einfach nur da und genieße die riesigen Schneewände und die Zweikofel Gipfelwand vor mir und die warmen Sonnenstrahlen. Ich bleibe eine Dreiviertelstunde am Berg und freue mich auf die lange Abfahrt hinunter ins Tal nach Tröpolach. Am Ende fällt mir Astrid Lindgren ein: "Sei wild und frech und wunderbar." Ich überprüfe meine Settings, schnalle den Rucksack um, setze den Helm auf und fahre in den Steilhang ein und genieße die herrlichen 7,6 km Abfahrt und wie!

 

Skitour Carnia/Nassfeld: LC Vitus Mitglied Franz Waditzer

 

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31. März 2014 1 31 /03 /März /2014 11:55

 

 

Der Greim und die Greimhütte

Bei Bergbildern sind die Wirklichkeit und die Wahrheit nicht auf den Fotos. Die Tiefen, die 100 oder 800 Meter, lassen sich nicht zweidimensional ausdrücken.


Die Skitour ist ein Versuch dem Greim als Berg gerecht zu werden. Die Fotos sind eine sanfte Ännäherung an den Berg, der so viele bezaubert.


Anderl Heckmair schrieb einmal, was er unter einem Bergsteiger versteht: "Ein Bergsteiger ist meines Erachtens nicht einer, der nur extreme Touren unternimmt oder nur eine zeitlang bergsportlich tätig ist, sondern einer, der auf Dauer dem Berg im weitesten Sinne als Lebensideal und –inhalt verbunden bleibt."

Die die Berglandschaft um St.Peter am Kammersberg dominierende zart geschwungene Kuppe des Greim, die wunderschönen Abfahrten, die Rinne und der sanfte Übergang zum Sandkogel, machen den Greim zu einem der schönsten Berge der Steiermark, ja zu einem Zauberberg. Der Greim kann süchtig machen.

Wirklich oben bist du niemals

  Beim Aufstieg verliert man sich als SkitourengeherIn in steilen, weiten Hängen. Unzählige Sportlerinnen und Sportler gehen gleichzeitig kurze Kehren in der Rinne hoch und verlieren sich im breiten Übergang zum Sandkogel und im steilen Aufstieg zum Gipfel. Wir stiegen zu viert auf, der Kontakt zu anderen Tourengehern ging im Nebel und im Wind verloren. Der Blickkontakt hielt oft keine 20 Meter, im Wind war eine Kommunikation mit dem unmittelbaren Tourenpartner kaum mehr möglich. Im oberen Bereich waren die Aufstiegspuren gefroren und der Schnee angeweht und hart und gepresst. Einer aus unserer Gruppe war schon abgefahren, zu dritt stiegen wir in den letzten steilen Hang ein und irgendwann, viel früher als wir uns erwartet hatten, kamen wir am ebenen Hochplateu an und bald hing das Gipfelkreuz irgendwo vor uns in der Nebelsuppe.

Wir haben keine Fernsicht oben. Wir haben auch keine Nahsicht oben. Wir verlieren uns im monotonen Weiß. Das Gipfelkreuz könnte sonstwo stehen.

Die Abfahrt im oberen Teil mit hartem, vereisten Pressschnee und im Nebel war schwierig. Man glaubte zeitweise völlig die Orientierung zu verlieren. Der Gleichgewichtsinn spielt verrückt. Erst weiter unten am Übergang zum Sandkogel riß die Nebeldecke auf und diese unglaublich schöne Rinne war wiederum sehr gut auszufahren und ein Genuss für uns drei.

Der Greim ist eine Schönheit. Ein Berg, der sich ins Gedächtnis eingraviert. Und bei jeder Rückkehr präsentiert er sich neu, geheimnisvoll, beinahe fremd.

Fotos: Fritz Grabner & Franz Waditzer

Skitour Greim: LC Vitus Mitglieder Elisabeth Grabner, Doris Waditzer, Fritz Grabner, Franz Waditzer 

 

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23. März 2014 7 23 /03 /März /2014 19:36
Verditz - Traumskitour Verditz900.jpg
Tolle Skitour auf das Verditz

Im Mai 2012 wurde das "Aus" des Liftbetriebes auf dem Verditz beschlossen. Jetzt findet man am Gipfel vor allem eines: Absolute Ruhe.


Rund um das Verditz tobt seit zwei Wintern das Winterleben. Skifahren auf der Gerlitzen, Skitourengehen, Schneeschuhgehen und Schlittenfahren auf dem Dobratsch. Aber hier oben, auf dem ehemaligen Skiberg der Treffener und Afritzer, gingen wir die wohl letzte Frühlingstour in mittleren Höhen, und es hat sich ausgezahlt.


Uns verzauberten unglaublich lange und breite, naturbelassenen Pisten, und die Ruhe und eine Aussicht am Gipfel, die ihresgleichen sucht. Wir gingen sportliche achthundert Höhenmeter hoch, das Wetter war nach einer sonnigen Woche nicht allzu einladend. Wir querten mehrmals die Straße, kamen an den alten Liftanlagen und am Speicherteich vorbei und waren zunehmend begeistert vom Charme dieser Landschaft und von dieser wohl einmaligen, knackigen Tour. "Die Aussicht vom Gipfel ist einfach nur schön und der Berg ist nicht so überlaufen wie zum Beispiel der Dobratsch," versprachen uns viele Skitourengeher. Und so haben wir es auch erlebt.


Unlängst wurde ein Entwicklungskonzept für das Verditz in Auftrag gegeben. Als zentraler Punkt in das Konzept miteinbezogen soll die Erhaltung und Verstärkung des sanften Tourismus werden. Dazu gehört im Winter der Skitourensport und das Schneeschuhgehen.

Sigis Einkehr: Eine der besten Berg- und Skihütten Kärntens

Die Skitour ausklingen ließen wir bei "Sigis Einkehr" an der ehemaligen Mittelstation. Sigrid Steiner und ihr Peter servieren hier wunderbare, ehrliche Hausmannskost. Die Salate von Sigrid sind ein Gedicht und bessere Käsnudel wird man in ganz Kärnten nicht finden. Auf Vorbestellung gibt es die berühmten Ripperl mit steirischem Weinkraut und goldenen Braterdäpfel, von denen sogar Tourengeher in Mittelkärnten berichten.

 

  Skitour Verditz: LC Vitus Mitglieder Elisabeth Grabner, Doris Waditzer, Fritz Grabner, Franz Waditzer 

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22. März 2014 6 22 /03 /März /2014 23:49

 

 

 

 

 

Eine Skitour auf zwei Dreitausender am Wurtenkees Gletscher: By fair means, das heißt mit schwerem Rucksack mit Getränken und Verpflegung und ohne Hüttenstop während des Aufstiegs

Abenteuer 3000

Es gibt die Saualm und die Gurktaler Alpen für die Mittelkärntner und dann, später im Frühling die hohen Berge im Westen. Den Wurtenkees Gletscher kenne ich vom Pistenskifahren sehr gut und was lag näher, als einmal mit eigener Muskelkraft und dank der im Mittelgebirge in vielen Skitouren erarbeiteten Ausdauer, auch einmal auf einem Dreitausender zu stehen? Oder gar auf zwei?

Die Tour war mir schon vor Monaten durch den Kopf gegangen. Ich rief bei den Mölltaler Gletscherbahnen an und mir wurde mitgeteilt, dass eine Hin- und Rückfahrt bis zur Mittelstation mit dem Gletscher Express für Skitourengeher 19 Euro kosten würde. Ich stand dann relativ früh schon beim Stübele See auf etwa 2200 m Seehöhe. Von hier ging ich bei strahlend schönen Wetter eher unschwierig bis auf etwa 2800 m zur Berstation der Eisseebahn und dem Eissee-Bergrestaurant rauf. Ab hier wird der Anstieg steiler, härter. Die Luft wird dünner und die Pistenskifahrer stehen verwundert da und betrachten mich, den Skitourengeher, der im Steilhang eine gerade Linie nach oben zieht, verwundert.

Berg um Berg und drei wilde Salzburger am Schareck

In dieser einen Urlaubswoche sollte ich dann in Summe fast fünftausend Höhenmeter in mehreren Skitouren in der Innerkrems, in Bad Kleinkirchheim und auf das Verditz hochsteigen. Ich ging Touren, die mich nicht in eine solche Höhe führten, die aber horizontal sehr viel weiter ausgesetzt waren, als die Wurtenkees Tour. Dennoch blieb diese eine Tour in meinem Gedächtnis haften. Die Steilheit des Aufstiegs ganz oben in der Nähe der Baumbachspitze ist unglaublich. Der Grad hinüber zum Schareck ist bedrohlich überwechtet und ich tat gut daran mich immer relativ weit rechts am Grad zu halten und die heftigen Windstöße waren nicht unerheblich . Den Grad ging ich mit Skischuhen und Skistöcken und Rucksack. Hinter mir kam ein osteuropäischer Berggeher mit Steigeisen nach und danach noch drei wilde Salzburger mit Tourenski. Der Ausblick vom Schareck ist grandios: Der Hohe Sonnblick schien zum Greifen nahe und der Blick hinunter nach Salzburg ist wuchtig und beeindruckend und die Leistung der drei Salzburger, die da durch Rinnen von Sportgastein raufkamen, ist beeindruckend, ja kaum fassbar.

Nach dem Gipfel stand ich am Grad wieder Richtung Gletscher-Jet Bergstation und schoss Fotos mit dem Samsung Smartphone und fror mir einen ab. Besonders die Finger am kalten Display und im stürmischen Wind und mitten in den Schneefahnen werden sofort eiskalt. Aber das spätere Fotomaterial sollte auch etwas hergeben. Das Licht hier oben ist heller, schöner, die Farben intensiver, die Eindrücke, die nach innen gehen, kommen schneller an und explodieren fast im Kopf und in der Wahrnehmung und die Steilwände nach unten, die registriere ich gar nicht, weil ich einfach eins bin mit mir und mit meinem Vorhaben, da rauf zu kommen und wieder heil rüber zu dem Paar Ski, das ich weiter unten auf einer ebenen Fläche bei der Bergstation zurückließ.

Die Stunden der wahren Empfindung

Es gibt Landschaften, die sehen auf den ersten Blick großartig aus, einmalig. So großartig und einmalig, daß man auf die Dauer erschlagen wird. Und sowohl der Blick hinunter nach Sportgastein, als auch der zum Wurtenkees ist eindringlich, ja er kommt brutal und frontal. Die deutsche Bergsteigerlegende Reinhard Karl schrieb in seinem wohl berühmtesten Text "Unterwegs nach Haus" "Plötzlich am Berg, kommt mir zu Bewußtsein, daß die Jahre vorbeigeflossen, sind, daß das alles vorbei ist und nur noch in der Erinnerung weiterleben wird." Es ist die Bilanz seiner Jugendzeit. "Was ich suchte, war so unantastbar wie ein Regenbogen."

Alleingänge sind auch ein Weg in die Askese: Sie zwingen zur Reduktion. Ohne Gesprächspartner, immer wieder den Willen befeuern, die Härte, die Linie nach oben zu suchen, den Fokus scharf zu stellen, schon um der Sicherheit wegen. Die Müdigkeit immer wieder abschütteln und Reserven zu schützen, um auch wieder runter vom Berg zu kommen und auch die eigenen technischen Möglichkeiten immer wieder aufs Neue abzuwägen. Oft blitzschnell.

Ich wurde schon mehrmals gefragt, ob ich vor etwas davonlaufe, wenn ich da schnell oder weniger schnell den Berg raufklettere. Aber da oben geht man in die eigenen Ängste direkt hinein. Das ist das Gegenteil von davonlaufen. Das ist sich selbst sich selbst stellen. Das ist, wenn nicht eine spirituelle Suche, dann doch ein Kennenlernen der eigenen physischen und psychischen Möglichkeiten im Einklang mit der Natur und in archaischen, reduzierten Landschaften.

Die Abfahrt als Gipfelerlebnis

Und dann die Abfahrt im griffigen Schnee bei Sonne und wolkenlosem Himmel: Augenblicke, in denen es an nichts fehlt und nichts zu viel ist. Alles fließt. Zeit die stillsteht. Unsichtbarkeit. Sich wie pure Elektrizität fühlen. Das Leben, das perfekt ist. Eine Welt, die genauso ist, wie sie sein soll. Lockere Schwünge eine steile Piste hinunter, und ich schließe die Augen, weil ich diese fließenden Bewegungen noch mehr in mir fühlen möchte. Das ist das neue Skifahren. Das sind Abenteuer die nach innen zielen. Das ist der Skitourensport.

 

3000.jpgDreitausender2.jpg3000b.jpg  Skitour:  LC Vitus Mitglied  Franz Waditzer  3000c.jpg3000a-Kopie-2.jpg

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