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27. Dezember 2010 1 27 /12 /Dezember /2010 18:59

Wir fuhren gegen 14.30 Uhr mit dem Auto in den Norden und stellten das Fahrzeug auf einem Zufahrtsweg zum großen Forst ab. In einem Wirtshaus hatten wir vorher noch nachgefragt, ob der ein oder der andere Forstweg geräumt war. Vor Ort sahen wir dann Spuren von schweren Fahrzeugen, die in den Wald führten. Kein Problem. Meine Gattin spazierte in den Forst. Ich lief vor ihr tief in den Wald hinein, immer in den dicken Reifenspuren. Manchmal brach ich ein wenig ein. Die Kleidung war perfekt für den Lauf im Winterwald, die Schuhe weniger. Ich hatte keine Trekkingschuhe. Dennoch ein herrliches Gefühl. Die Luft sauerstoffangereichert, manchmal fiel ein Lichtbogen durch den dichten Wald. Dann glitzerte der harte Schnee. Ich war am Hemmaweg, lief den beschilderten Pilgerweg entlang, leicht, locker in den Gelenken, um Unebenheiten auszugleichen.

 

187 Auf der Eben  184  Am Hemmaweg 188 Baldauf-Kreuz

 

Nach etwa 20 Minuten endeten die Spuren des Schwerfahrzeuges, und ich lief auf tief verschneite, sonnige Wiesen und Weiden hinaus und fand mich auf einem Hochplateau wieder. Ein einsames Gehöft schmiegte sich an die Hochebene. Ich machte kehrt und lief mit weit ausholenden Schritten querwaldein, wie damals als Kind im Tiefschnee, als wir die steilen

Muraunberghänge runterliefen, rutschten und rollten. Nach etwa 10 Minuten war ich wieder am Weg, fand ein Hemmaweg-Schild und war wieder auf meiner Strecke. Der harte Schnee knirschte wieder unter meinen Laufschuhen, ich bog rechts ab und kam zu einem riesigen Feld "Auf der Eben". Vis a Vis sah ich meine Gattin am Rand der Lichtung in Richtung "Baldauf-Kreuz" gehen.  Ich lief nun querfeldein durch den brüchigen, harten Schnee über das weite Feld.  Das war ein Kraftakt. Immer wieder brach ich kurz ein, aber es war wundervoll: Ein kindliches Herumtollen, ein Lauf wie einst durch die Kollerhoffelder.

 

193 Forstweg "Auf der Eben" am späten Nachmittag

 

Die Sonne verschwand nun zusehens am Horizont. Absolute Stille umgab uns. Nur die eigenen Lauf(schritte) waren zu hören. Nach etwa einer Stunde waren wir wieder beim Auto.  Ein Winterlauf durch schneeverhangene Wälder zählt zu den schönsten Lauferlebnissen, die man sich gemeinhin vorstellen kann.

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